Raumentwicklungspolitik für eine Wissensgesellschaft – drei Problembereiche

[English title: Regional development policy for a knowledge society – three problem areas (Translate text to: English)]

Prof. Dr. Hans Joachim Kujath et al.
Raumentwicklungspolitische Ansätze zur Förderung der Wissensgesellschaft
Erkner/Bonn: Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung e.V./Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Werkstatt: Praxis Heft 58), 2008; III, 75 S.; ISBN 978-3-87994-958-8

Zus.: Der Strukturwandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft stellt uns vor zahlreiche ökonomische, technische und gesellschaftliche, aber auch räumliche Herausforderungen. Hiermit gehen Änderungen in den politischen (Steuerungs-) Prozessen und Entscheidungsstrukturen einher. Dieses hat für die Umsetzung des raumbezogenen MKRO-Leitbildes “Wachstum und Innovation” entscheidende Bedeutung – zumal die Förderung der Wissensgesellschaft explizit betrieben werden soll. Die Befassung mit den raumentwicklungspolitischen Ansätzen zur Förderung der Wissensgesellschaft muss drei Problemen gerecht werden, auf die in dieser Werkstatt: Praxis eingegangen wird:

  • Die Begriffe der Informationsgesellschaft und Wissensgesellschaft gehören zu den meist genutzten im regionalpolitischen Diskurs. Sie werden allerdings oft nicht in der gewünschten Form definiert – überdies häufig synonym genutzt. Es kommt hinzu, dass die entscheidenden raumentwicklungspolitischen Institutionen ein unterschiedliches Verständnis von Wissensgesellschaft pflegen. Aus diesem Grund besteht ein wesentliches Ziel dieser Studie darin, ein theoriegeleitetes und anwendungsbezogenes Verständnis der zentralen Begriffe im Kontext der Wissensgesellschaft zu erarbeiten. Zu diesen Begriffen gehören Wissensökonomie, Wissensgesellschaft, Wissensregion und regionales Wissensmanagement. Sie werden in Kapitel 2 theoretisch eingegrenzt.
  • Die Wissensgesellschaft kann über ihre drei Dimensionen beschrieben werden und hat dementsprechend verschiedene Ausprägungen, die jeweils räumlich unterschiedliche Bilder ergeben. In dieser Studie werden deshalb anhand von Kernindikatoren, die aus den drei Dimensionen abgeleitet sind, und ihren sekundärstatistischen Daten Stärken und Schwächen von Standorten und Regionen in Deutschland erfasst. Über den Weg einer Faktoren- und anschließenden Clusteranalyse entsteht ein Bild, aus dem die unterschiedlichen Schwerpunkte der Wissensgesellschaft in Deutschland hervorgehen. Dies geschieht in Kapitel 3.
  • Mit ihrer Mehrdimensionalität ist die Wissensgesellschaft kein instrumentell eindeutig abgegrenztes Thema. Die Steuerung und Regelung der stattfindenden Prozesse – gerade unter dem Gesichtspunkt von raumpolitischen Zielen wie Ordnung und Entwicklung oder dem Ausgleich von Disparitäten – bedarf einer Neujustierung bestehender Instrumente und Organisationsformen auf allen politikrelevanten Ebenen. Die empirischen Grundlagen werden in umfassenden Recherchen zu EU-Projekten (Kapitel 4), Länderprogrammen (Kapitel 5) und in drei regionalen Fallstudien (Kapitel 6) vertieft durchgeführt und dokumentiert. In der Wissensgesellschaft ändern sich für die Raumentwicklungspolitik das Akteursspektrum, die Vielfalt von Netzwerken und die Aufgaben für Organisationen und Institutionen. Die Räume in Deutschland entwickeln unter diesem Blickwinkel neue Profile, es entstehen auch neue Disparitäten. Dies spiegelt sich in unterschiedlichen Entwicklungsperspektiven und Handlungsansätzen wieder. Diese in dieser Studie theoretisch, statistisch und empirisch aufgearbeiteten Aspekte werden in Kapitel 7 zu Handlungsempfehlungen für eine der Förderung der Wissensgesellschaft verpflichtete Raumentwicklungspolitik verdichtet.

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© Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung e.V./Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung